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Dehli ist die heutige Hauptstadt Indiens und verfügt über mehr als 16 Millionen Einwohner. Die Stadtgründung geht auf das Jahr 1.200 v. Chr. zurück, was jüngste Ausgrabungen bestätigen. Erste historische Aufzeichnungen stammen jedoch aus dem 11.Jahrhundert n.Chr., als Rajputen-Fürsten in der Stadt ihren Sitz hatten. Als letzter Hindukönig fiel Phrithviraj 1192 in einer Schlacht gegen die angreifenden Moslems. Aus dieser Zeit stammt der Siegesturm „Qutb Minar“. Bis zur britischen Kolonialzeit dauerte die mohammedanische Herrschaft an. Unter der Herrschaft der Tughlak erlebte Delhi seine erste Blütezeit, bis Timur Leng 1398 mit seinem Mongolenheer die Stadt verwüstete und dabei mehr als 100.000 Einwohner getötet wurden. Es folgten die islamischen Dynastien Sayyid und Lodi und ab 1556 die Moguln, aus deren Zeit das „Rote Fort“ und die „Jama Mashid“ stammen. Mitte des 18. Jahrhunderts gründete die britische Ostindienkompanie eine Handelsniederlassung in der Stadt. Die Briten regierten ab 1804 Delhi, beließen den Moguln aber Titel und Privatbesitz. Aufständische stürzten zusammen mit der bengalischen Armee 1857 die Engländer und richteten ein Blutbad an. Vier Monate später wurde die Stadt zwar von den Briten zurückerobert, diese verlegten jedoch ihren Hauptsitz bis 1911 nach Calcutta, von wo ihn König George V. wieder zurückverlagerte, um die Muslime von den Autonomiebestrebungen abzuhalten. Südlich des historischen Stadtkerns entstand in den 1920er Jahren das moderne New Delhi. 1931 wurde die von britischen Architekten geplante Reißbrettstadt eingeweiht und ist bis heute Sitz aller indischen Regierungsstellen. Zu den Sehenswürdigkeiten in Delhi gehört das Rote Ford, Jantar Mantar Oberservatory, Qutb Minar, Jama Mashid, Lakshmi Narayan Tempel, Quwwat-ul-Island-Mashid, Rajghat, das Nationsmuseum, das Mausoleum oft Humayan, das Indira Gandhi Haus, Hauz Khas und Baha´i House of Worship. Kalkutta ist derzeit noch die viertgrößte Stadt der Welt und hat offiziell 12 Millionen Einwohnern. Inoffiziell sind es jedoch mindestens doppelt so viele. Gegründet wurde Kalkutta im Jahre 1690 am Ufer des Hooghly Flusses von Job Charnock, ein Gesandter der East-Indien Company. Der Stadtname leitet sich vom dortigen ehemaligen Fischerdorf Kalighat ab und bedeutet „schwarzes Tor“ oder „Tor der Göttin Kali“. Kalkutta wuchs sehr schnell und war aufgrund des Zugang zum Meer für den Handel besonders günstig. In den letzten Jahren hat sich in Kalkutta in sozialer Hinsicht einiges getan. So konnte die enorme Anzahl von Bettlern und Obdachlosen reduziert werden. Jedoch behaupten einige, dass diese nur in die Vororte geschoben wurden. In keiner anderen Stadt sind die Gegensätze zwischen reich und arm so deutlich zu sehen wir hier. Und ebenso deutlich sind die unterschiedlichen Eindrücke für Touristen zu spüren. Die einen erleben Kalkutta als das schlimmste Reiseziel, aufgrund des Chaos, Schmutz, Gestank und Halsschmerzen wegen der Luftverschmutzung, während die Stadt für andere einen gewissen Reiz durch die sehr hilfsbereiten und freundlichen Bengalis und die endlosen Bazare und Märkte hat. Die Innenstadt von Kalkutta präsentiert sich sehr britisch, denn schließlich war die Stadt 52 Jahre lang bis 1911 Hauptstadt des britisch-indischen Reiches. Die Stadt gilt als Zentrum der anspruchsvollen Kunst Indiens, so gibt es hier Rabindranath Tagore und die größte Bibliothek Indiens (für jeden Einwohner statistisch gesehen ein Buch, nämlich neun Millionen Bände) und das Indian Museum. Für Touristen ist Kalkutta insofern interessant, da sich hier einer der wichtigsten internationalen Flughafen besitzt, auf dem etliche Billigflüge von Europa und Südostasien ankommen.
Madras ist die Hauptstadt des südöstlichen Bundesstaates Tamil Nadu und ist mit 5,4 Millionen Einwohnern die viertgrößte Stadt Indiens. Die Geschichte der Stadt beginnt erst im 16. Jahrhundert und erst 1639 erlangte der Ort Bedeutung, als Francis Day für die East-India Company dem Raja von Chanragiri, dem letzten Herrscher des Hampi-Königreiches, das Recht abhandelte, hier die erste Handelsniederlassung in Indien zu gründen. 1653 wuchs die Siedlung nach Vollendung des Forts St. George heran und nach der Unabhängigkeit von der britischen Verwaltung auf Java 1683, wurden dem Ort 1688 von James II. von England die Stadtrechte verliehen. Madras war im 19. Jahrhundert eine der vier regionalen Hauptstädte Britisch-Indiens. Heute ist Madras eine Industriestadt, die sich mit Textilien, Metallverarbeitung und Fahrzeugbau beschäftigt. Zudem ist Madras zusammen mit Bombay bedeutendster Produktionsort populärer indischer Filme, daher der Beiname „Indiens Tor zum Süden“ oder „Hollywood Indiens“. Des weiteren ist die Stadt als spirituelles und kulturelles Zentrum des Südens bekannt und verfügt über zahlreiche Schulen, Unis, Bildungseinrichtungen und Ashrams sowie künstlerischen Institutionen. Das kulturelle Programm ist von Mitte Dezember bis Mitte Januar besonders ansprechend. Zu den Sehenswürdigkeiten gehört das Fort St. George mit Fort Museum, Sekretariat, Leuchtturm und St. Mary's Church. Südlich schließt sich der Marina Beach an, wo sich die Promenade zum gemütlichen Bummel präsentiert. Es abseits davon an der Triplicane High Road liegt der Parathasarathy Temple, der im 8. Jahrhundert durch die Pavallas erbaut und im 16. Jahrhundert von den Vijayanagar-Königen renoviert wurde. Am Südende der South Beach Road nach dem Leuchtturm erhebt sich die Sankt Thomas Kathedrale. Hier sollen die sterblichen Überreste des Apostels begraben liegen. Im südlichen Stadtteil Mylapore liegt der Kapaleswara Tempel mit dem großen Lotusblumenteich und dem typisch drawidischen Gopuram, dem reichverzierten Torturm.
Die europäischste der indischen Städte ist Bombay. Diese Stadt verfügt über Kontraste, die seinesgleichen suchen. Interessant sind die englischen Kolonialbauten und neuindischen Wolkenkratzer, das größte Geschäftsviertel im Land verfügt über westliche Kinos, daneben sind aber wieder Tempel, Kirchen und Moscheen zu sehen. Auf der anderen Seite gibt es hier die ausgedehntesten Slums Indiens. Bombay gilt als eigentliche Hauptstadt Indiens und hat 11,5 Millionen Einwohner. Heute ist Bombay die Hauptstadt des Bundesstaates Maharashtra und mit 50% Frachtaufkommen sowie 8km² Hafenfläche mit knapp zehn Metern Tiefgang die bedeutendste Hafenstadt des Subkontinents. Die wichtigsten Branchen von den Anfängen der Industrialisierung, Mitte des letzten Jahrhunderts, bis heute ist der Baumwollhandel und die Textilindustrie. 1534 wurde Bombay von Portugal besetzt, nachdem es vorher fast zwei Jahrhunderte zum islamischen Gujarat gehört hatte. 1661 fiel es als „Mitgift“ von Prinzessin Katharina von Portugal bei deren Heirat mit Karl II. von England an Großbritannien. Später wurde Bombay zum wichtigsten Verbindungshafen zum imperialen England und erlangte durch den Eisenbahnbau und den somit gewonnenen Zugang zum großen Hinterland die herausragende Bedeutung, die es heute noch inne hat. Fährt man vom Flughafen aus in die Stadt, sieht man viele Slumbehausungen an der Straße. Zu den besseren Unterkünften zählen hier solche aus Holz und Bambus, die einfachsten bestehen aus Säcken und Plastikplanen. Im Gegensatz dazu ist auffällig, dass viele Wohnungen leer stehen, was darin begründet ist, dass es in Bombay ein spezielles Gesetz gibt, das den Mieter, der lange Zeit in einer Wohnung wohnt, zum Eigentümer der Wohnung werden lässt. So ist es in Bombay fast unmöglich eine Wohnung zu mieten. Erstaunlicherweise gehen die meisten Slumbewohner einer Arbeit nach. Sie ziehen es vor, möglichst in der Nähe ihrer Arbeit zu wohnen und leben daher am Straßenrand. Zudem nehmen sie es in Kauf, eine „Schutzgebühr“ an Gruppen zu zahlen, die vorgeben, sie bei Räumungen vor der Polizei zu schützen. Dagegen sind die Behörden recht machtlos, da jeder Inder das Recht hat, sich frei im Land bewegen zu können und zudem braucht Bombay diese Arbeitskräfte. Zu den Sehenswürdigkeiten in Bombay zählen Gateway of India, Filmcity, Victoria Terminus Railway Station, Tower oft Silence, Chowpatty Beach und Mani Bhawan. Das höchstgelegene Siedlungsgebiet Indiens ist Ladakh. Aufgrund seiner faszinierenden Landschaft mit hohen, kahlen und schneebedeckten Bergen, zerklüfteten Tälern und dazwischen grünen Oasen ist es touristisch sehr attraktiv. Zudem gibt es hier malerisch gelegene buddhistische Klöster, farbenfrohe Feste und Maskentänze und auch die Herzlichkeit der Bewohner, die noch ganz und gar ihre alte buddhistische Tradition leben, machen dieses Gebiet aus. Ladakh wird auch oft „Klein-Tibet“ genannt, da die ladakhische Kultur der tibetischen sehr ähnlich ist. Die Hauptstadt Ladakhs ist Leh. Sie HYPERLINK"http://www.destination-asien.de/sagarmatha-trekking/index.htp" liegt auf 3.500 Metern Höhe und hat 20.000 Einwohner. Den Touristen fallen hier bei der Ankunft immer erst die riesigen Militärlager zwischen dem Indus und der Stadt auf. Jedoch tritt dieser Anblick schnell wieder in den Hintergrund, denn beim Näherkommen sieht man den die Stadt überragenden Palast und die noch höher liegende Gompa. Die Gompa von Leh kann man auf einem steilen Weg vom Palast her besteigen oder auf einem einfachen Weg, der an den Chörten hinterm Himalaya Hotel beginnt. Unterhalb des Palastes befindet sich die Altstadt mit verwinkelten Gässchen und Durchgängen. Die Neustadt ist weniger beeindruckend. Sehenswerte ist der Palast, der im 16. Jahrhundert von König Singge Namgyal gebaut wurde. Die Jokhang Gompa wurde im Jahre 1957 erbaut und enthält eine Buddhastatue aus Tibet. Die Samkar Gompa ist ein kleines Kloster, das etwa ein Kilometer von Leh entfernt liegt. Himachal Pradesh ist umgeben von Jammu und Kashmir im Norden, Tibet im Süden, Uttar Pradesh im Südosten, Haryana im Süden und Punjab im Westen. Große Teile des westlichen Himalaja werden von diesem Bundesstaat umfasst, der gute Trekking- und Skimöglichkeiten bietet. Ca. 4,2 Millionen Menschen leben hier. Neben Hindi wird hier überwiegend Pahari gesprochen. Himachal Prasdesh war vor 1947 in 30 kleine Feudalstaaten aufgegliedert und erst 1966 entstand seine jetzige Form, mit der Teilung von Punjab in Punjab und Haryana. Shimla ist die Hauptstadt dieses Bundesstaates und besaß schon während des Regimes der Engländer als „Sommerresidenz“ eine große Bedeutung. Shimla ist jeden Sommer von Indern überlaufen, was an dem angenehmen Bergklima und der herrlichen Gegend mit ausgedehnten Wäldern liegt. Westliche Touristen bevorzugen das fruchtbare Kulutal und Dharamsala/McLeod Ganj. Von hieraus hat man einen Blick auf schneebedeckte Himalajaberge, dem Wohnort des Dalai Lama und vieler Tibeter. Dies ist ein ausgezeichneter Ort für jeden, der die tibetische Kultur kennen lernen möchte. Der bevölkerungsreichste Bundesstaat mit 110 Millionen Menschen ist Uttar Pradesh. Die Hauptstadt des Staates ist Lucknow und die Hauptsprachen sind Hindi und Urdu. Das Staatsgebiet geht vom Hochgebirge des Himalaja über die vorgelagerten Randgebirge und die fruchtbare nordindische Tiefebene bis hin zu den nördlichen Ausläufern des Dekkan-Hochlandes. Be- und entwässert wird das fruchtbare Tiefland von den Flusssystemen des Ganges und Yamuna und des Ghaghara. Probleme bereiten diesem Gebiet die alljährlichen Überschwemmungen, wobei die Fluten aber auch wertvollen Dünger mit sich bringen. Das Gebiet wird intensiv bewirtschaftet und ist verkehrsmäßig gut erschlossen. Zu den wichtigen Touristikzentren zählen Agra, mit dem weltberühmten Taj Mahal sowie Fatehpur Sikri und Varanasi. Daher hat Uttar Pradesh das höchste Tourismusaufkommen der Republik, was hauptsächlich auf den innerindischen 'Pilgertourismus' zu den vielen heiligen Stätten zurückzuführen ist.
Darjeeling liegt im nördlichen West-Bengalen, kurz vor der Grenze zu Sikkim auf einem Bergrücken. Er ist als ehemalige Sommerresidenz der Briten bekannt, vor allem aber durch den Anbau des Darjeeling-Tee. Zudem bietet er phantastische Ausblicke auf die Himalaja-Berge. Den Anblick der Berge genießt man am besten auf einer Trekkingtour, was im Herbst und Frühjahr am angenehmsten ist. Prinzipiell ist eine solche Tour immer möglich, außer während des Monsuns von Juli bis September, wobei es von Dezember bis Februar sehr kalt sein und es nachts sogar gefrieren kann. Zudem bietet Derjeeling viele Sehenswürdigkeiten, wie Tiger Hill: hier hat man bei Sonnenaufgang eine schöne Aussicht auf Kanchenjunga, den dritthöchsten Berg der Erde. Wanderfreunde können eine zehn Kilometer lange Wanderung zum buddhistisches Kloster in Ghoom auf 2.438 Metern Höhe unternehmen. Im Kloster ist das Fotografieren erlaubt, wobei hier eine kleine Spende erwartet wird. Die Mönche gehören zur lamaistischen Gelbmützensekte und sind sehr freundlich. Zu sehen ist hier eine große Statue des Maitreya-Buddhas, sowie seltene Palmblätter und Papier-Manuskripte in tibetischer Sprache. Ein weiteres Kloster, welches ein Besuch wert ist, ist das Kloster Aloobari in der Tenzing Norgay Road. Des weiteren gibt es hier das Natural History Museum, Chowrasta, mit einer Sammlung ausgestopfter Bergtiere und aufgespießter Falter. Im Botanical Garden sind u.a. 2.000 Spezies Orchideen im Orchid House zu bestaunen und im Happy Valley Tea Estate kann man sich die Teeverarbeitung ansehen. Weitere Ausflugsziele ist der Dhirdham Tempel, das Tibetan Refugee Self Help Camp sowie der Toy-Train, der New Jalpaiguri und Siliguri mit Darjeeling verbindet.
Entlang der Ostküste erstreckt sich Orissa und wird von Andhra Pradesh im Süden, Madhya Pradesh im Westen und Bihar und West-Bengalen im Norden begrenzt. Im Schwemmland des Mündungsdeltas des Mahanandi sind vereinzelt Mangrovensümpfe zu finden, die zu den letzten Indiens gehören. Zu weiteren Touristikzentren entwickeln sich Gopalpur-on-Sea und der nahegelegene Chilka Lake. Insgesamt leben in diesem Staatsgebiet 26 Millionen Menschen und gesprochen wird Oriya, Bengali und Hindi. Die Hauptstadt Orissas ist Bhubaneswar. In dieser Region breitete sich nach dem Kalinga Krieg der Buddhismus sehr stark aus, jedoch ist davon heute nichts mehr zu spüren. In Bhubaneswar befinden sich die schönsten Tempel, mit dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Sonnentempel und dem Jagannath-Tempel in Puri. In die Haupttempel von Bhubaneswar und Puri werden Nicht-Hindus nicht eingelassen. In Orissa sind 62 verschiedene Stämme mit einer jeweils eigenen Kultur und Sprache beheimatet, von denen die bekanntesten Kondh, Koya, Bonda, Godaba, Paraja, Santal und Juang sind.
Im östlichen Teil von Südindien ist Tamil Nadu gelegen. Umgeben wird es von Kerala im Westen sowie Karnataka und Andhra Pradesh im Norden. Die Ostgrenze bildet die Bucht von Bengalen. In Tamil Nadu leben insgesamt 58 Millionen Menschen, von denen viele im Ausland, in Ost- und Südafrika, Mauritius, Malaysia und Sri Lanka arbeiten. Die Hauptstadt von Tamil Nadu ist Madras, die neben Bombay eine bedeutende Rolle in der indischen Spielfilm-Produktion spielt. Touristisch interessant ist Tamil Nadu vor allem wegen der großartigen Tempelbauten. Kerla ist ein südwestlichster Bundesstaat, der einen fruchtbaren Küstenstreifen und den westlichen Steilabfall der Ghats bedeckt. Diesen Gebiet ist weniger interessant im kulturell-architektonischen Sinne, sondern eher wegen der Naturattraktionen. So gibt es hier hochgelegene, ausgedehnte Waldgebiete einschließlich großer Naturschutzgebiete mit einem reichen Wildtierbestand. Zu den größten Attraktionen zählen hier Bootstouren durch die palmenbesäumten Kanäle des Küstenbereichs und die beliebten Badebuchten um die Hauptstadt Trivandrum. Zu den sonstigen Sehenswürdigkeiten zählt die Doppelstadt Cochin und Ernakulum. Die Hauptstadt Keralas ist Trivandrum, wobei der Bundesstaat in 14 Distrikte unterteilt ist. Der wichtigste Hafen ist Cochin, von dem aus Kaffee, Tee, Kardamon, Gummi und Cashew-Nüsse exportiert werden.
Goa wurde Mitte der 1960er Jahren das Traumziel der Flower-Power-Bewegung. Noch heute steuert es jeder Indienfahrer einmal an. Goa ist keine Stadt, sondern ein aus den ehemaligen portugiesischen Kolonialgebieten gebildetes Unionsterritorium Goa, Daman & Diu. Unterstellt ist Goa direkt der indischen Zentralregierung und wird von einem Gouverneur mit Amtssitz in Panaji/Goa verwaltet. Die Goaner wollen mit Stolz ihre eigene indisch-christliche Kultur bewahren, so sprechen noch viele ältere Leute portugiesisch, obwohl die Kolonialzeit bereits 1961 endete. Die kleineren Territorien Daman & Diu liegen nördlich Bombays am Golf von Surat als Enklaven im Bundesstaat Gujarat. In Goa leben mehr als eine Million Menschen, wobei die Bevölkerung relativ wohlhabend und schulisch sowie medizinisch gut versorgt ist. Die Landessprache in Goa ist Konkani, wobei Englisch allgemein verstanden wird, teilweise auch portugiesisch. Goa verfügt über ein sehr ausgeglichenes, tropisches Klima mit Höchsttemperaturen um 33 Grad Celsius und Tiefsttemperaturen zwischen 21 Grad Celsius im Januar und 24 Grad Celsius im Juni. In der Zeit des Monsuns von Juni bis September beträgt die Niederschlagsmenge insgesamt 1.300 mm. Die beste Reisezeit ist daher von Dezember bis Februar. Während des Monsuns ist Schwimmen hier lebensgefährlich, da es hohe Brecher und starke Strömungen gibt.
In Goa wird Weihnachten und Karneval überall ausgiebig gefeiert, jedoch gehören die riesigen Weihnachts- und Silvesterpartys am Anjuna Beach der Vergangenheit an. Goa wurde bereits im 2. Jahrhundert vom griechischen Historiker Ptolemäus erwähnt und auch den Arabern war es als Sindapur bekannt. Vom 6. bis 8. Jahrhundert wurde dieses Gebiet von den Chalukyas von Badami regiert, dann von den Kadambas von Goa. Sie verlegten 1052 die Hauptstadt nach Goapuri (Goa Velha). Im Laufe der Zeit entwickelte sich die Stadt zu einem wichtigen Handels- und Seefahrtzentrum. Die Hauptreligionen waren der Brahmanismus und Jainismus. Unter dem Vormarsch moslemischer Heere nach Süden im 13. Jahrhundert fand die Dynastie der Kadambas ein Ende. Goa wurde im 14. Jahrhundert ein Teil des Reiches der Vijayanagar-Könige, die über diesen Hafen ihre arabischen Kavallerie-Pferde importierten, und schließlich ab 1488 durch die Adil Shahs von Bijapur beherrscht, die Velha Goa zeitweise zur zweiten Hauptstadt ihres Reiches machten. 1498 landete Vasco da Gama an der Malabarküste und so unterhielten die Portugiesen in Cochin eine Handelsniederlassung. Sie hatten aber mit dem Widerstand der Zamorine von Calicut zu kämpfen und suchten daher weiter nördlich nach einem sicheren Platz, den sie in der reich gegliederten Küste Goas mit seinen durch Felsvorsprünge geschützten Mündungen schiffbarer Flüsse, fanden. Den Portugiesen gelang es durch Bündnispolitik die Herrschaft über Goa zu halten. 1543 und 1635 war Goa von Malaria-Epidemien geprägt und ein Großteil der Bevölkerung starb oder wurde vertrieben. Trotzdem wuchs die Stadt unaufhaltsam. Gegen Ende des 16. Jahrhunderts verließen viele Menschen aufgrund des Terrors Goa, so dass es langsam verfiel. Vom Alt-Goa gibt es heute nur noch die Kirchen. Am 19.12.1961 endete die portugiesische Kolonialzeit durch einen Staatsstreich, der von der indischen Armee unterstützt wurde.
Die Inselgruppe Lakkadiven ist 200 Kilometer westlich der Malabarküste gelegen und wurde bisher noch von wenigen Touristen besucht. Zusammen mit den Amindiven, den Cannanore Islands und der an der Grenze zu den Malediven gelegenen Insel Minicoy gehört sie zum Unionsterritorium Lakshadweep. Insgesamt handelt es sich hierbei um 36 Atollinseln, die eine Gesamtfläche von nur 32km² haben. Zehn Inseln davon sind von einer arabisch-indischen Mischbevölkerung islamischen Glaubens bewohnt. Indische Touristen können die Inseln Kavarati, Kalpeni, Kadamat und Minicoy besuchen, während ausländische Touristen nur die unbewohnte Insel Bangaram mit einem Permit besuchen können. Unterkunft und Essen gibt es nur im Bangaram Island Resort, das zum Casino Hotel in Cochin gehört. Karnataka grenzt im Norden an Goa und Maharashtra, an Andhra Pradesh im Osten, Tamil Nadu und Kerala im Süden, während im Westen die Grenze durch den Arabischen Ozean gebildet wird. 90% des Landes nimmt der im Regenschatten der Westghats gelegene Dekkan ein, der von mehreren großen Flüssen durchzogen wird, an denen riesige Wasserreservoirs liegen. In Karnataka leben mehr als 40 Millionen Menschen und die Hauptsprache ist Kannada. Zudem wird Urdu und Tamil gesprochen. Die Hauptstadt des Staates ist Bangalore, die für indische Verhältnisse sehr modern und europäisch wirkt. Karnataka verfügt über eine lange und bewegte Geschichte und hat daher viele Sehenswürdigkeiten zu bieten. Haupttouristikorte sind: Bangalore, Mysore, Badami, Bijapur, Hampi, Hassan, Belur, Halebid und Sravanabelagola.
Maharashtra zieht sich an dem fruchtbaren Küstenstreifen am Arabischen Ozean entlang, der gleichzeitig die Westgrenze bildet. Im Norden stößt es auf Gujarat und Madhya Pradesh, im Südwesten auf Andhra Pradesh und im Süden auf Goa und Karnataka. In Maharashtra leben mehr als 63 Millionen Menschen und die Hauptsprache ist Marathi. Zudem wird noch Gujarati und Hindi gesprochen. Die Hauptstadt des Landes ist die Finanz- und Industriemetropole Bombay. Maharashtra bildet das bedeutendste Industrieland Indiens und war im 3. Jahrhundert ein Teil des Maurya-Reiches. Bis heute sind die künstlerischen Leistungen dieser Zeit in den buddhistischen Höhlen von Ajanta mit Fresken zu bewundern.
Der Staat Gujarat wird im Norden von Pakistan und Rajasthan, im Osten von Madhya Pradesh, im Süden von Maharasthra und dem Arabischen Ozean im Süden und Westen umgrenzt. Die Küstenlinie ist 1.290 Kilometer lang, was besonders an den beiden tiefen Einschnitten des „Gulf of Khambhat“ und des „Gulf of Kutch“ liegt. Hieran grenzt das Sumpfgebiet „Little Rann of Kutch“ an. Etwa ein Viertel des Landesfläche wird von diesem Sumpfgebiet, zusammen mit dem nördlich davon sich bis zur Pakistanischen Grenze erstreckenden „Great Rann of Kutch“, bedeckt. Interessante Ziele in Gujarath sind Ahmedabadh, Junagdh, Palitana, Veraval & Somnath und Sasan Git Forest. In Gujarat sind 43 Millionen Menschen zu Hause, die Gujarati Marathi und Hindi sprechen. Die Hauptstadt des Staates ist Gandhinagar, das 25 Kilometer von Ahmedabad gelegen ist. Die Besonderheit dieser Stadt liegt darin, dass sie nach einem Schachbrettmuster vom französischen Architekten Le Corbusier entworfen und angelegt ist. Gandhinagar wurde nach Mahatma Gandhi benannt, der in Gujarat geboren wurde. Der Großteil der Bevölkerung gehört dem Islam an. Für ausländische Touristen ist Gujarat noch wenig erschlossen.
Rajasthan ist der zweitgrößte Staat Indiens und beherbergt insgesamt 34 Millionen Menschen, die Rajasthani oder Hindi sprechen. Umgeben ist Rajasthan von Pakistan im Westen, Punjab, Haryana und Uttar Pradesh im Norden und Nordosten, Madhya Pradesh im Westen und Gujarat im Süden. Die Hauptstadt des Staates ist Jaipur, die auch als Pink City bekannt ist. Sehenswerte Reiseziele in Rajasthan sind Jaipur, Jodhpur, Udaipur, Pushkar und Jaisalmer. Udaipur ist aus dem Film „Der Tiger von Eschnapur“ bekannt. Rajasthan entspricht am meisten dem gängigen Indienbild mit der Wüste Thar und dem Aravallis Gebirgszug, seinen Palästen, Forts und seinen kriegerischen Rajputen. Die Rajputen sind heldenhafte Krieger und noch heute ist den Rajasthanis dieser Stolz anzusehen, denn sie sind als Volksgruppe durch ihre Kleidung sofort zu erkennen. Die Männer tragen Turbane und die Frauen statt Saris Röcke, Blusen und ein großes Tuch, das in den Rock gesteckt und wie ein Sari über den Kopf gezogen wird.
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