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Bedingt durch die Landesgröße und die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen verfügt Indien über eine große Landschaftsvielfalt. Die Pflanzenwelt reicht von Hochgebirgsvegetation im Himalaja bis hin zu tropischen Regenwäldern im Süden. Die ursprüngliche Vegetation ist heute jedoch fast total zerstört, weshalb Indien durch Kulturlandschaften geprägt ist. Ein Fünftel des Landes ist nur noch bewaldet, wobei sich in den tieferen Lagen des Himalaja noch ausgedehnte Wälder befinden. Die Niederschläge an den Hängen des Gebirges von Ost nach West nehmen immer mehr ab. Daher gibt es im Osthimalaja immergrüne Feucht- und Regenwälder, die erst im Westen lichter und auch trockener werden. Überwiegend sind hier Laubwälder mit Eichen und Kastanien zu finden und charakteristisch für dieses Gebiet die Rhododendren.
In höheren Lagen sind vermehrt Nadelbäume, insbesondere Zedern und Kiefern zu Hause. Die Hochtäler in Ladakh sind steppen- und wüstenartig und im westlichen Innerhimalaja geht das trockene Hochland von Tibet über. Bei ca. 5.000 Metern liegt die Vegetationsgrenze. Der Nordosten ist durch seine schwere Zugänglichkeit noch dicht bewaldet und aufgrund der besonders hohen Niederschlagsmengen gibt es dort halbimmergrüne Feuchtwälder. Der größte Teil der Gangesebene, des Dekkans und der angrenzenden Randgebirge war früher von Monsunwäldern bedeckt. Heute sind dort nur noch Reste davon in den Bergregionen anzutreffen.
Die Flächen die landwirtschaftlich genutzt sind, sind waldfrei. Im nordöstlichen Dekkan, Orissa und Westbengalen sowie im Lee der Westghats herrschen laubabwerfende Feuchtwälder vor. Die typische Baumart für den Norden ist der Sal, während es im zentralen und westlichen Dekkanhochland der Teakbaum ist. Im Süden der Halbinsel sind vor allem Sandelholzbäume zu finden, während unterschiedliche Bambusarten überall sehr weit verbreitet sind. Die bekannten und medizinisch genutzten Niembäume sind in den trockenen Teilen Indiens, wie Rajasthan, Gujarat, dem Westrand des Gangestieflandes und dem zentralen Dekkan zu finden. In dem feuchten Gebiet Westghats ist vor allem der tropische Regenwald anzutreffen sowie Aufsitzerpflanzen wie Orchideen und Farne, die hier in sehr großer Vielfalt vorkommen. Nur an der Ostküste verbreitet sind die Mangroven, wobei die dichtesten Mangrovenbestände des Landes die Sundarbans im Ganges-Brahamputra-Delta zu finden sind.
Neben der Landschaftsvielfalt sind in Indien auch viele Tiere anzutreffen. Geschätzt wird, dass hier ca. 350 Säugetier-, 1.200 Vogel-, 400 Reptilien- und 200 Amphibienarten beheimatet sind. Allerdings kommen viele Arten nur noch in den Rückzugsgebieten wie Wäldern, Sümpfen und Bergen vor. Des Weiteren leben mehr als 2.500 Fischarten in den indischen Gewässern. Der Indische Elefant ist die größte Säugetierart in Indien. Da der Tiger viele Jahre lang vom Aussterben bedroht war, wurden Tigerschutzgebiete eingerichtet, sodass sich die Bestände in den vergangenen Jahren wieder erholt haben. Neben dem Tiger gibt es noch andere Großkatzen wie Leoparden und Löwen, die jedoch ausschließlich im Gir-Nationalpark in Gujarat anzutreffen sind. Im Himalaja ist der seltene Schneeleopard anzutreffen. Im Sumpf- und Dschungelgebiet in Assam und vor allem im Kaziranga-Nationalpark lebt das Panzernashorn und weit verbreitet sind Paarhufer wie Windschweine, Muntjaks, Sambars, Axihirsche, Schweinshirsche, Barasinghas, Wasserbüffel, Gaur und mehrere Antilopenarten. Auch sind in Indien häufig Affen anzutreffen, von denen die Rhesusaffen den Hindus als heilig gelten und nicht belästigt werden dürfen. Aus diesem Grund sind sie sogar in den Städten zu Hause.
Ebenfalls in ganz Indien als heilig angesehen ist der Hanuman-Langur. In den Graslandschaften sind Säugetiere wie die Rothunde und Bengalfüchse zu Hause und im Ganges, Brahmaputra und den Nebenflüssen sind gelegentlich Gangesdelfine zu sehen. Die Vogelwelt in Indien ist sehr vielfältig, hinzu kommen unzählige Zugvögel aus Nordasien im Winter. Der Pfau ist der Nationalvogel und ist sehr weit verbreitet, des weiteren sind Tauben, Webervögel, Spechte, Pittas, Drongos, Sittiche, Nektarvögel und Pirole sehr häufig anzutreffen. In den Feuchtgebieten sind Störche, Reiher, Kraniche, Ibisse und Eisvögel zu Hause. Gut die Hälfte aller heimischen Reptilienarten sind Schlangen wie Brillenschlange, Königskobra und der Netzphyton. In den Feuchtgebieten kann man auch Sumpfkrokodiele antreffen.
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