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Die Indus-Kalur war die älteste bekannte Zivilisation auf dem indischen Subkontinent und ist auch eine der ältesten Hochkulturen der Welt. Die Geschichte der Indus-Kultur reicht mehr als 5.000 Jahre zurück. Um 1.500 v. Chr. drangen arische Stämme in das Gebiet der Induskultur ein. Durch die Vermischung zwischen Ariern und den früheren Bewohnern dieser Region entstand die klassische indische Kultur und der damals entstehende Hinduismus wurde entscheidend geprägt. Der Buddhismus entfaltete sich ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. und stellte fast 1.000 Jahre neben dem Hinduismus eine der maßgeblichen Religionen in Indien dar. Eine große politische Rolle spielten in Indien auch immer Einflüsse von außen. Im 8. und 12. Jahrhundert begannen arabische und zentralasiatische Invasionen und ab dem 15. Jahrhundert wurde diese von europäischen Händlern fortgesetzt. Einflüsse der persischen Kultur spielten während der Mogulddynastie eine große Rolle.
Großbritannien hatte im 19. Jahrhundert die komplette politische Kontrolle über alle indischen Territorien. 1947 führte der gewaltfreie Widerstand gegen die Briten zur Unabhängigkeit und der Subkontinent wurde in zwei Staaten aufgeteilt. Seitdem gibt es den Hindustaat Indien und den kleinen islamischen Staat Pakistan. Nach der Verdrängung der Franzosen und Portugiesen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts dehnten die Briten ihren Machtbereich aus. Die Truppen der britischen Ostindien-Kompanie ergriffen 1757 Bengalen und plünderten die bengalische Schatzkammer. Die Briten sicherten ihre Handelsinteressen ab, indem sie sich in die Streitigkeiten der indischen Fürsten einmischten und sich als ehrgeizige und flexible Machthaber erwiesen. Der Handel von Bengalen wurde von der britischen Ostindien-Kompanie monopolisiert und die bengalischen Handwerker waren an die Handelsvertretung der Kompanie gebunden. Sie waren verpflichtet, ihre Waren zu einem minimalen Preis zu liefern. Die Steuerlast erhöhte sich enorm und das Ergebnis war eine Hungersnot, bei der zehn Millionen Menschen starben. Indien unterstand den Briten von 1813 bis 1948 und wurden als Kolonie ausgebeutet. In dieser Zeit gab es eine lange Periode, in der die indische Industrie zusammenbrach und insgesamt mehr als 40 Millionen Inder starben an Hunger.

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Die beginnende Maschinenproduktion in Europa ruinierte die indisch Weberei und der europäische Markt war verschlossen. Zeitgleich führte England in Indien die Fertigkleidung ein. Die Inlandszölle fielen 1835 weg und der Binnenhandel wuchs an. Jedoch hielten sich die Investitionen in Grenzen, da der europäische und amerikanische Markt sicherer war und auch die logistischen Voraussetzungen waren besser. 1839 wurde als Gegenmaßnahme mit dem Bau einer großen Straße zwischen Kalkutta und Delhi begonnen. Des weiteren wurden Banken eingerichtet, Dampfer eingesetzt und 1853 begann man mit dem Bau der Eisenbahnlinien. Nach dem Aufstand von 1857 endete die Herrschaft der britischen Ostindien-Kompanie und ihre Sonderrechte wurden der Krone übertragen. Königin Viktoria von England nahm 1877 den Titel „Kaiserin von Indien“ an. Bis 1947 bestand das Kaiserreich Indien in Personalunion mit Großbritannien aus dem heutigen Indien, Pakistan, Bangladesh und Birma. Hindus und Moslems gründeten 1885 gemeinsam den Indischen Nationalkongress, der für die Unabhängigkeit Indiens eintrat. 1906 kam es dann zur Gründung der rivalisierenden Muslimliga. 1916 verfasste der Indische Nationalkongress und die Muslimliga eine gemeinsame Erklärung mit Forderungen nach indischer Unabhängigkeit. Die britische Regierung reagierte mit einer politischen Absichtserklärung, die Indien langsam die Selbstregulierung zugestand. Durch Gandhi kam es zum passiven Widerstand gegen die britische Herrschaft, und er bemühte sich zunehmend um die politische Einheit zwischen Hindus und Muslimen.
1947 endete das Kaiserreich Indien und trotz aller Bemühungen konnte die Teilung des indischen Subkontinents nicht verhindert werden. Am 15. August 1947 erlangte Indien die Unabhängigkeit von Großbritannien. Nach dem Scheitern einer Volksabstimmung zur Vereinigung mit der indischen Union wurde Sikkim wieder ein souveränes Königreich. Vorerst blieb Indien eine Monarchie innerhalb des britischen Commonwealth mit König Georg VI. von Großbritannien als Staatsoberhaupt. Regierungschef war Jawaharlal Nehru. 1949 wurde Indien zu Republik und Rajendra Prasad wurde erster Präsident. Die erste indische Verfassung trat am 26. Januar 1950 in Kraft. Zu einem Vertrag mit dem Konigreich Sikkim kam es 1950. Entsprechend übernahm Indien die Verantwortung für Verteidigung, Außenpolitik, Telekommunikation und anderen Angelegenheiten. Dies führte dazu, das Sikkim seine internationale Persönlichkeit verlor und ab 1965 zu einem mit Indien assoziierten Königreich wurde. Frankreich gab im November 1954 die Französisch-Indien-Gebiete an die Indische Union zurück. 1959 gewährte Indien dem Dalai Lama politisches Asyl, der in Dharmshala eine tibetische Exilregierung einrichtete. Im Dezember 1961 wurde mit der Besetzung der Annexion von Portugisisch-Indien die letzte Kolonie auf indischem Boden beseitigt.
Der Indisch-Chinesische Krieg begann 1962, in dem Indien eine Niederlage erlitt und China im Norden und Nordosten indischen Territorium eroberte. Der Philosoph Sarvapalli Radhakrishnan wurde 1962 indischer Präsident und 1964 nach Nehrus Tod übernahm Indira Gandhi 1966 die Regierung und wurde Premierministerin. Im Dezember 1971 griff Indien in den Sezessionskrieg in Ostpakistan zugunsten des unabhängigen Bangladesh ein. Dies hatte einen dritten Indisch-Pakistanischen Krieg zur Folge. 1974 unternahm Indien einen ersten Kernwaffenversuch und zündete seine erste Atombombe. 1975 wurde das ehemalige Königreich Sikkim zum Bundesstaat in der Indischen Union. In den folgenden Jahren gab es viele Unruhen und Separationsbewegungen einzelner Landesteile.
Mitte der 1970er Jahren rief Indira Gandhi den Notstand aus und beschränkte die demokratischen Rechte. 1977 rief sie Wahlen aus, die zu ihrem Sturz führten, wobei sie 1980 ein Comeback feiern konnte. Mitglieder der Sikhs Religion rebellierten 1982 und riefen zum Kampf gegen die Regierung auf. Der Konflikt eskalierte fast, als im Punjab versucht wurde, einen Sikhstaat Khalistan zu gründen. Indira Gandhi ließ den Goldenen Tempel in Amritsar 1984 stürmen und wurde aus Rache dafür am 31. Oktober 1984 von einem ihrer Sikh-Leibgardisten ermordet. Im Dezember 1984 kam es in Bhopal im Chemiewerk der US-amerikanischen Firma Union Carbide zu einer Giftgaskatastrophe mit mehr als 2.000 Toten. Rajiv Gandhi war seiner Mutter Indira im Amt nachgerückt und führte die Liberalisierung der Wirtschaft in Indien ein. 1989 verlor er jedoch die Macht und es bildete sich eine Koalition gegen eine von der Kongresspartei geführten Regierung. Die Folge waren kurzlebige Koalitionsregierungen mit verschiedenen Premierministern.
1991 konnte P.V. Narasimha Rao die Regierung etablieren und setzt bis 1996 konsequent wirtschaftlichen Reformen durch. Rajiv Gandhi kam am 21. Mail 1991 von separatistischen Rebellen aus Sri Lanka bei einem Sprengstoffanschlag ums Leben. K.R. Narayanan übernahm 1997 als Staatspräsident das höchste Amt. 1998 konnte Atal Behari Vajpayee wieder eine stabile Regierung bilden, die die Wahlen 1999 klar gewann. Zudem brachte diese Wahl die indische Volkspartei BJP an die Spitze Indiens. Die Wirtschaft wurde erfolgreich reformiert, was zu einem Boom führte. Jedoch wurde die Situation der armen Inder wenig verbessert. 2002 und 2003 drohte Indien ein Krieg gegen Pakistan, da Pakistan die muslimischen Rebellen in Kaschmir anhaltend unterstützten. In dieser Zeit gab es auch einen Anschlag auf einen Pilgerzug und es begannen Massaker in Gujarat. Diese wurden von der indischen Volkspartei jedoch nicht ernst genommen. Das hatte zur Folge, dass moderate Hindus zu einem Umdenken gekommen sind. Im Mai 2004 gewann Sonia Gandhi (Ehefrau von Rajiv Gandhi) unerwartet die Parlamentswahl. Aufgrund ihrer italienischen Herkunft stieß sie auf Widerstand und verzichtete auf das Amt der Regierungschefin. Manmohan Singh wurde neuer Ministerpräsident.
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