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Aufgrund der extremen Höhenunterschiede gibt es auch eine sehr große klimatische Bandbreite. Die Gletschergebiete im Himalaja gehören so z.B. zu den kältesten Orten der Erde. Auf der südlichen Halbinsel hingegen herrscht tropisches Klima. In Indien sowie den meisten Teilen des Subkontinents gilt das Monsun-Klima als ausgeprägtes Beispiel eines alljährlichen Wetterschauspiels. In den meisten Landesteilen sorgen die Trocken- und Feucht-Zeiten des Monsun-Systems und die jahreszeitlich bedingten Temperaturschwankungen für drei Klima-Perioden. Die erste Periode beginnt im März und endet Mitte Juni. In dieser Zeit ist es sehr heiß und trocken, obwohl sich in den höheren Atmosphärenschichten immer mehr Feuchtigkeit ansammelt. Von Mitte Juni bis Ende September erfolgt die zweite Periode. Hier ist es wiederum sehr heiß und feucht, denn in der Regel fällt in dieser Zeit mehr als drei Viertel der gesamten Regenmenge. Das kühle und trockene Wetter setzt Anfang Oktober ein und ist die dritte Periode, die bis Mitte Februar anhält.
Die Jahreszeitenwechsel verschieben sich oft um mehrere Wochen und sind auch von Landesteil zu Landesteil unterschiedlich. Die regionalen Unterschiede sind manchmal sehr extrem und ergeben sich aus einer Reihe von geografischen Aspekten, wie unterschiedliche Höhenlagen oder die Nähe zu Gewässern. Aufgrund der Vor-Monsun-Zeit und der Nach-Regenperiode kommt es über dem Arabischen Meer und dem Golf von Bengalen häufig zu tropische Zyklonen. Sie verursachen mit einer Geschwindigkeit von mehr als 160 km/h enorme Regengüsse, extreme Winde und vor den Küsten hohe Flutwellen. Die Küstengebiete der Unionsstaaten Andhra Pradesh, Orissa und West Bengalen haben regelmäßig unter Zyklonen zu leiden. Das Dorf Cherrapunji, das 50 Kilometer südwestlich von Shillong liegt, ist der zweitregenreichste Ort der Welt. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge liegt hier bei mehr als 10.000 mm. Es gibt aber auch Regionen, in denen es jahrelang überhaupt keinen Niederschlag gibt, so in einigen Distrikten Rajasthans und im Aravalli-Gebirge. Im Mai und Juni werden die wärmsten Temperaturen gemessen, dies ist die sog. Vor-Monsun-Hitze. Sie wird vom Südwest-Monsun mit den konstanten Schauern wieder gesenkt. An manchen Orten ist es jedoch auch in der Übergangszeit noch sehr heiß, so wurden in den letzten Jahren Hitzwellen mit Temperaturen um die 50 Grad Celsius gemessen. Im Gegenzug gibt es im Winter sogar Temperaturen um den Gefrierpunkt. Im indischen Süden gibt es keine so extremen Temperaturschwankungen. Die durchschnittliche Temperatur liegt hierbei bei 27 Grad Celsius. Im nördlichen Unionsstaat Haryana werden hingegen im Winter durchschnittlich 13 Grad Celsius gemessen, während es im Juni selten weniger als 33 Grad Celsius sind. Das Berg-Klima ist im Sommer sehr angenehmen, so dass viele Menschen sich dann eher dort aufhalten.
Die vermögende Bevölkerung sucht hier dann die „Hill Stations“ auf, die es auch in den Western Ghats sowie in Tamil Nadu gibt. In der Bergwelt des Himalaja sind die klimatischen Bedingungen völlig anders. Die Pässe von Himachal Pradesh nach Ladakh sind meist nur von Anfang Juli bis Ende September befahrbar, während in der restlichen Zeit des Jahres nur Schnee liegt. Höhere Orte wie Uttaranchal sind ebenfalls nur von Mai bis Mitte Oktober erreichbar.
Die Naturkatastrophen Indien hat immer wieder mit verschiedenen Naturkatastrophen zu kämpfen. Während des Sommermonsuns sind es besonders Überschwemmungen durch den extremen Niederschlag, die im ganzen Land auftreten. In der trockenen Jahreszeit hingegen kommt es häufig zu Dürren. Zudem bringen die Zyklone extreme Flutwellen an die Ostküste, die viele Menschenleben kosten und verheerende Schäden anrichten. Des weiteren besteht eine erhöhte Erdbebengefahr, wovon der Himalaja, die Nordoststaaten, Westgujarat und die Region Mumbai besonders betroffen sind. In aller Erinnerung ist der Dezember 2004, in dem ein Seebeben im Indischen Ozean einen Tsunami verursachte, der an der Ostküste und auf den Andamanen und Nikobaren mehr als 7.500 Menschenleben forderte und schwerste Verwüstungen hinterließ.
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