Title: Die Bevölkerung – Statistik, Gesundheitswesen
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Die Bevölkerungszahlen werden auf ca. 1.046 Milliarden Menschen geschätzt, von denen die meisten (ca. 63%) zwischen 15 und 64 Jahre alt sind. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 331 pro km² und die Wachstumsrate liegt bei 1,4%. Somit gilt Indien als häufig zitiertes Beispiel für eine Bevölkerungsexplosion, denn pro Jahr gibt es einen Zuwachs von ca. 16 Millionen Menschen. Das Wachstum ist regional jedoch sehr variabel. Die Bevölkerung ist ethnisch sehr unterschiedlich, so sind in Nord- und Mittelindien hellhäutige Ind-Arier, im Süden dunkelhäutige Draviden und im Nordosten vorwiegen mongolische Stämme zu Hause.
Die Urbevölkerung, die Adivasis, sind überwiegend in die Bergländer und abgelegene Gegenden verbannt worden. Weiter gruppiert sich die Bevölkerung in zahlreiche Kasten, die hierarchisch aufeinander bezogen sind. Die Staatssprachen sind Hindi und Englisch und zudem gibt es 17 zusätzliche regionale Hauptsprachen in den Bundesstaaten. Schätzungen zufolge gibt es insgesamt zwischen 281 und 1658 sonstige Sprachen. Die Nationalsprache Hindi ist die Muttersprache von etwa 30% der Bevölkerung. Weitere offizielle Sprachen sind Bengali, Telugu, Marathi, Tamil, Urdu, Gujarati, Malayalam, Kannada, Oriya, Punjabi, Assamese, Kashmiri, Sindhi und Sanskrit. Hindustani ist eine verbreitete Variante des Hindi/Urdu. Sie ist vor allem im Norden Indiens anzutreffen, ist jedoch keine offizielle Sprache.
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Die Mehrzahl der Bevölkerung lebt auf dem Land, wobei, bedingt durch die Landflucht in die Millionen Metropolen, eine Verelendung auftrat und viele Menschen in den Slumquartieren leben. In den 1950er Jahren beschloss die Regierung ein Familienplanungsprogramm, das jedoch nicht besonders erfolgreich war. Gründe hierfür ist die Ablehnung von Verhütungsmitteln in der Bevölkerung sowie die mangelhaften staatlichen Strategien in den ländlichen Gebieten. Ein weiterer Faktor ist das Bildungsdefizit in der weiblichen Bevölkerung. Die Anzahl der Paare, die sich mit einer Verhütung auseinander setzen stieg zwar in den letzten Jahren, jedoch trägt die Bevorzugung von männlichen Nachkommen sehr zum Bevölkerungswachstum bei. Viele Paare sind zu einer Sterilisation erst dann bereit, wenn zwei Söhne geboren sind.
In Indien liegt die Lebenserwartung bei 63 Jahren, wobei die Säuglingssterblichkeit 60 von 1000 beträgt. Fast 100 Kinder von 1000 sterben vor ihrem 5. Lebensjahr. Gründe hierfür sind eine Unter- und Fehlernährung, unzureichende Trinkwasserversorgung, mangelhafte hygienische Verhältnisse sowie eine hohe Schadstoffbelastung der Luft und Lärm. Die häufigsten Krankheiten, Erblindung und Anämie, entstehen durch Vitamin- und Mineralmangel. Neben diese Mangelerkrankungen treten Parasitenbefälle und Infektionen aufgrund der schlechten hygienischen Bedingungen auf. Zudem begünstigen die Überschwemmungen nach dem Monsun Epidemien, so dass Krankheiten auftreten, die als ausgerottet galten. Wie 1994, als es in Maharashtra nach dem Erdbeben Fälle von Beulenpest und in Surat tödliche Fällen der Lungenpest gab. Des Weiteren gibt es drei Millionen Leprakranke, von denen 15 bis 20% ansteckend sind. 12 Millionen Menschen sind erblindet. Besonders hoch ist in Indien die Zahl der AIDS-Fälle. Daher hat die indische Regierung 1986 ein Programm zur Eindämmung dieser Immunschwächekrankheit ins Leben gerufen.
Zu den häufigsten Todesursachen gehören Durchfallkrankheiten, Krebs, Erkrankungen der Atemwege und Herzkrankheiten. Kaum vorstellbar das Indien mit solchen Krankheiten zu kämpfen hat, wenn man bedenkt, dass indische Ärzte zum Teil zur Weltspitze gehören. Jedoch ist die Spitzenmedizin nur für wenige erschwinglich und die normale ärztliche Versorgung erstreckt sich nur auf einige Viertel der großen Städte. Auf dem Lande ist die medizinische Versorgung oft gleich Null, da es an ausgebildetem Personal fehlt. Indien weist eine unermessliche kulturelle und religiöse Vielfalt aus. Die hinduistischen Gebräuche und Sitten bestimmen hierbei in einem hohen Maß das öffentliche sowie das private Leben. 80% aller Inder sind Hindus, 11% Muslime, 2,4% Christen und 2,1% Sikhs Ferner gibt es Buddhisten, Jains und Parsen.
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